Juni 29, 2013 by

Prozess gegen die Besetzer_innen der Stiftstraße

Categories: Aktion

Bildquelle: MAZ

Text vom ak_antifa:
Am 2. Juli findet der Prozess gegen die Besetzer_innen des Hauses in der Stiftstrasse 2 statt.

Das leerstehende Haus wurde am 26.12.2011 nach 24 stündiger Besetzung von der Polizei gewaltsam geräumt. Nun stehen 17 Personen vor Gericht und sollen sich für die Tat verantworten. Es wäre mühselig wenn wir an dieser Stelle zum wiederholten Mal auf die übliche Brutalität der Polizei eingingen. Die Polizei muss gewaltsam sein, da sie das Vollzugsorgan der gewalttätigen Verhältnisse ist, welche sich im Alltag hinter unserem Rücken realisieren. Die entscheidende Frage ist die nach den Eigentumsverhältnissen. Wem gehören die Häuser, wem das Land, wem die Produktionsmittel? Welche Interessen sind damit verbunden? Der Staat wendet Gewalt an sofern diese Ordnung auch nur ansatzweise gefährdet ist.

Menschen, die sich Wohnraum nicht über den Markt sondern direkt, ihren Bedürfnissen entsprechend aneignen, werden niedergeknüppelt und vor Gericht geschleift. Die Absurdität der kapitalistischen Gesellschaft kristallisiert sich sowohl an ihrem Begriff von Gewalt als auch in der banalen Tatsache, dass ein leerstehendes Haus im Winter beheizt wird. Während am jährlichem Saint Martinstag das Geben des letzten Hemdes an Erfrierende gefeiert wird, bekommt man sieben Wochen später mit der Justiz zu tun. Denn das symbolische Geben des Hemdes geschieht nach gut dünken des Besitzenden. Hätte sich der Erfrierende das Hemd genommen, ihm würde die Hand abgehackt. Hier zeigt sich die christliche Ideologie als das was sie ist, der moralische Kitt ungerechter Verhältnisse. So wundert es nicht, das Diakonie und Staat Hand in Hand das recht auf Eigentum verteidigen. Bevor du deinen nächsten liebst, liebe deinen Besitz.

Der ak_antifa_potsdam zeigt sich aus ebendiesen Gründen solidarisch mit den Angeklagten. Sie hatten den Mut sich gegen die kapitalistische Logik zu wehren.
Hierzu sagt die Pressesprecherin das ak_antifa_potsdam: „ Jakobs Holzhütte gefiele mir schon. Es braucht keinen Umzugswagen um die Bude leer zu bekommen.”